Das Bühnenbild für Corpus Delicti übersetzt die politischen und emotionalen Zwangslagen der Inszenierung in eine reduzierte, aseptische Raumfigur zwischen Gerichtssaal, Krankenhaus und Zelle. Die Handlung spielt in einem Regime, das Gesundheit lückenlos kontrolliert und persönliche Abweichungen sanktioniert. Hohe Bänke bestimmen die räumliche Ordnung und erzeugen Distanz zwischen Figuren und Institutionen. Enge und Leere werden zu Mitteln, um Kontrolle, Entfremdung und den Widerstand der Protagonistin Mia Holl räumlich erfahrbar zu machen. Die Inszenierung unter der Regie von Marie Schleef entstand in Koproduktion mit der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Der Beitrag umfasste Bühnenbildkonzept und Zeichnungen.